Sonntag , 16 Dezember 2018
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Oscar-Preisgekrönt: Filmsoundtracks mit der höchsten Auszeichnung

Jedes Jahr wird bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles neben den besten Filmen und Leistungen im Filmbereich auch der beste Song aus einem der Filme gekrönt. Dabei geht es nicht nur darum, einen besonders guten Song zu schreiben – diese werden viel eher bei den Grammy Awards ausgezeichnet – sondern Musik zu kreieren, die die Dramaturgie des Films unterstützt und sich perfekt in die Szene einfügt. Musik löst bei Zusehern Emotionen und Assoziationen aus, die sich tief im Gedächtnis verankern. Eine Musik, die uns kalt lässt, geht an uns vorbei und kann später auch nicht mehr abgerufen werden. Erfolgreiche Filme und Filmreihen holen sich daher auch gerne berühmte Bands und Sänger an Bord, um ihre Chancen auf den Wiedererkennungswert zu erhöhen. Es ist also keine Überraschung, dass unter unseren Oscar-Gewinnern Stars wie Eminem und Phil Collins zu finden sind!

„Lose Yourself“

Bild: by Mika-photography, CC BY-SA 3.0

In dem zu Teilen autobiographischen Film „8 Mile“ spielte Marshall Matters, besser bekannt als Eminem, einen jungen, weißen Rapper, der sich in der Hiphop-Szene einen Namen machen will. Den Song „Lose Yourself“ schrieb der Musiker speziell für den Film gemeinsam mit Jeff Bass. Laut seines Co-Stars Taryn Manning, schrieb Eminem den Hitsong am Set während Drehpausen und nutzte die kreative Umgebung, um sich inspirieren zu lassen. Das Lied schaffte es in 24 Ländern auf Platz eins und war zwölf Wochen lang in den US-Billboard-Charts. 2002 wurde er dafür mit einem Oscar ausgezeichnet.

„Falling Slowly“

Der Song „Falling Slowly“ wurde von Glen Hansard and Markéta Irglová für den Film „Once“ geschrieben, in dem die beiden Musiker die Hauptrollen übernahmen. Das Besondere an der Produktion des Films war, dass das Skript von Regisseur und Drehbuchautor John Carney rund um die bereits bestehenden Kompositionen von Hansard und Irglová geschrieben wurde. Der namenlose Protagonist des Films träumt darin von einer Karriere im Musikbusiness und beginnt damit, Straßenmusik zu machen, um Geld zu verdienen. Die Handlung ist alles andere als eine klassische Hollywoodgeschichte und spiegelt das echte Leben wieder, denn die meisten Straßenmusiker wie auch die Band Duo geben offen zu, dass sie aus finanziellen Gründen auf der Straße spielen und nicht aus reinem Idealismus. In „Once“ trifft der Musiker auf eine Frau aus Polen, die sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten muss. Gemeinsam gründen sie eine Band und nehmen ein Album auf. Der Song schaffte es in Irland auf Platz zwei der Single Charts und gewann 2007 den Oscar für den besten Song.

„You’ll Be in My Heart“

Im Jahr 1999 hat Phil Collins mit seinem Song zum Film „Tarzan“ voll ins Schwarze getroffen. Ganze fünf Songs schrieb er für den Soundtrack des Films und durfte sie dann sogar selbst performen, als Disney sein Talent abseits der Drums entdeckte. Er sang die Lieder sogar für einen deutschsprachigen Soundtrack ein, obwohl er die Sprache nicht sprechen konnte. Der Song, der ursprünglich den Titel „Lullaby“ trug, wird in einer Szene mit Kala eingesetzt. Die Gorilladame findet den verlassenen Tarzan und beschließt, ihn unter ihre Fittiche zu nehmen und großzuziehen. Sie beruhigt den weinenden Tarzan und verspricht ihm, auf ihn aufzupassen. Die rührende Ballade bewegte die Zuseher und wurde schon bald zu einem Hit auf allen Radiostationen. In den amerikanischen Billboard Charts unter der Kategorie „Adult Contemporary“ war der Song ganze 19 Wochen auf Platz eins. Als dann der Oscar an Phil Collins verliehen wurde, war die Freude groß. Bis heute zählt der Song zu den schönsten Liedern der Filmgeschichte.

„Remember Me“

Bild: by Coco (2017 film), CC0 Public Domain

Der Song „Remember Me“ ist der jüngste Gewinner des Oscars und wurde 2017 an Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez verliehen. Geschrieben wurde das Lied für den Pixar-Film „Coco“, in dem der Protagonist Coco seine Leidenschaft für das Gitarrenspielen vor seiner Familie geheim halten muss, da seine Urgroßmutter von einem Musiker verlassen worden ist. Der Film spielt am Tag der Toten, dem Día de Muertos und folgt dem Mythos, dass die verstorbenen Seelen durch Fotos wieder für einen Tag in die Welt der Lebenden kommen können. Wer von seinen Angehörigen vergessen wird, der hat auch keinen Platz in der Welt der Geister mehr und löst sich komplett auf. Der Song spielt damit auf die Hoffnung der Verstorbenen an, nicht vergessen zu werden und in den Gedanken anderer weiterleben zu können. Für Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez ist es bereits der zweite Oscar-Gewinn, denn das amerikanische Ehepaar hat bereits mit dem Song „Let It Go“ aus dem Kinohit „Frozen“ im Jahr 2013 ihren ersten Oscar gewonnen.

Gute Filmmusik ist ein essentieller Teil eines jeden Films und kann einen enormen Einfluss auf die Stimmung und Atmosphäre haben. Gerade deshalb ist es mehr als berechtigt, dass Filmmusik eine eigene Auszeichnung bei den Oscars erhält.

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